Die Abschaffung des Eigenmietwerts markiert eine Zäsur für den Schweizer Immobilienmarkt. Während Eigenheimbesitzer von Steuererleichterungen profitieren, bleibt der Mietwohnungsmarkt angespannt. Gleichzeitig wirft der demografische Wandel neue Fragen auf: Droht eine Verkaufswelle durch die alternde Babyboomer-Generation?
Im Fachmagazin «Immobilien aktuell» der Zürcher Kantonalbank erschienen kürzlich zum Thema «Boom» zwei spannende Beiträge von Ursina Kubli und Benedikt Lennartz aus dem Immobilienanalyse-Team der Bank. Sie analysierten, wie sich die Abschaffung des Eigenmietwerts und der demografische Wandel im Bereich Immobilien auswirken werden. Für viele Eigentümerinnen und Eigentümer bedeutet die Abschaffung des Eigenmietwerts eine deutliche Entlastung. So könnte beispielsweise das steuerbare Einkommen eines typischen Zürcher Eigenheimbesitzers um rund 7'000 Franken sinken.
Die Übergangsfrist bis zur vollständigen Abschaffung des Eigenmietwerts kann zudem genutzt werden, um Sanierungsprojekte in Angriff zu nehmen und diese noch steuerlich geltend zu machen. Allerdings bringt der erwartete Sanierungsboom auch Herausforderungen mit sich. Handwerksbetriebe werden stark ausgelastet sein, was zu längeren Wartezeiten und steigenden Preisen führen könnte. Besonders in Stockwerkeigentumsgemeinschaften ist es wichtig, sich frühzeitig finanziell abzustimmen. «Jetzt wäre der Zeitpunkt, die Konti auf ein angemessenes Niveau aufzustocken und Sanierungsvorhaben umzusetzen», rät Ursina Kubli, Leiterin Immobilienanalyse.
Kein zusätzlicher Preisschub für Eigenheime
Obwohl die Abschaffung des Eigenmietwerts auf den ersten Blick einen Anstieg der Immobilienpreise erwarten lässt, sprechen mehrere Faktoren gegen einen zusätzlichen Antrieb. Die hohen Marktpreise werden nicht von langjährigen Besitzern, sondern von potenziellen Käufern bestimmt – und diese sind häufig auf hohe Hypotheken angewiesen, deren Zinskosten künftig nicht mehr abzugsfähig sind. Dasselbe gilt für Sanierungskosten, welche insbesondere bei älteren Liegenschaften vor Einzug anfallen. Der Vorteil des wegfallenden Eigenmietwertes und der Nachteil nicht mehr abzugsfähiger Kosten halten sich daher häufig die Waage. Während Neubauprojekte weiterhin gefragt bleiben, könnten Altbauten preislich weniger stark zulegen.
Mietwohnungsmarkt bleibt angespannt
Während sich der Eigenheimmarkt in den kommenden Jahren moderat entwickeln dürfte, bleibt der Mietwohnungsmarkt angespannt. Besonders in urbanen Zentren wie Zürich oder Winterthur ist die Knappheit an Mietwohnungen spürbar. Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf Mieterinnen und Mieter: Die Neumieten steigen weiter und werden für viele Haushalte, die auf der Suche nach neuem Wohnraum sind, zu einer Herausforderung.
Babyboomer und der demografische Wandel
Ein weiterer Faktor, der den Immobilienmarkt in den kommenden Jahren prägen wird, ist der demografische Wandel. Die Babyboomer-Generation erreicht das Rentenalter, und viele Eigentümer stellen sich die Frage, ob dies zu einer Verkaufswelle führen könnte. Unsere Analysen zeigen jedoch, dass die meisten Einfamilienhausbesitzer ihre Immobilien erst in sehr hohem Alter abgeben. «Die Abgabe des selbst bewohnten Einfamilienhauses findet in der Regel nicht mit Renteneintritt statt. Häufig sind es gesundheitliche Gründe oder der Tod der Besitzer, die dazu führen», erklärt Benedikt Lennartz, Immobilienexperte. Bei Stockwerkeigentum ist die Dynamik etwas anders: Hier ist die Verkaufswahrscheinlichkeit in jüngeren Jahren höher, da junge Familien oft grössere Wohnflächen suchen. Insgesamt sollte das Eigenheimangebot in den nächsten Jahren zwar moderat ansteigen. Eine Verkaufswelle ist jedoch nicht zu erwarten.
Ein Markt im Wandel
Die Abschaffung des Eigenmietwerts und der demografische Wandel markieren eine spannende Phase für den Schweizer Immobilienmarkt. Darum ist es wichtig, die eigene Finanzierungssituation zu prüfen und eine optimale Balance zwischen Amortisation und Anlagen zu finden.
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Thomas Giezendanner, Leiter Filiale Winterthur der Zürcher Kantonalbank, und sein Beratungsteam steht Ihnen gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie diese telefonisch unter 0844 843 823 oder wenden Sie sich an Ihre persönliche Kundenbetreuerin oder Ihren Kundenbetreuer. Mehr Infos unter zkb.ch
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