Jump to main content
Logo HEV Region Winterthur Mitglied werden

Visitor notice

Jetzt Mitglied werden und profitieren:

Vorteile HEV-Mitgliedschaft

Windkraft in der Region Winterthur: „Wir wären umzingelt von Windrädern“

Datum

Dinhard: Dem fundamentalen Widerstand gegen Windkraftanlagen schliesst sich nun auch die Weinländer Gemeinde an. «Unbequem» und für Windkraft «unattraktiv» wolle man sein, hiess es an der Gemeindeversammlung.

«Die Vorstellung, von 15 grossen Windkraftanlagen umzingelt zu sein, finde ich ziemlich schlimm.» Das sagte eine Stimmbürgerin an der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend in Dinhard. Dann zog sie den Vergleich mit dem von Römern belagerten, gallischen Dorf. Die Gemeinde solle, forderte sie, «in den Widerstand gehen und ein Zeichen setzen».

So werde Dinhard zu einem «unbequemen Verhandlungspartner», was sich lohne. Das zeige sich daran, dass die Windmessmasten heute dort stünden, wo es am wenigsten Widerstand gebe: in Ossingen, Wiesendangen und Rickenbach. Eine andere Stimmbürgerin fand, dass der Widerstand jetzt schon Sinn mache: «Damit macht man sich unattraktiv.»

Erwähnenswert in dem Zusammenhang ist die von Gegnern oft geäusserte Kritik, dass Windmessungen bis heute fehlen würden. Solches Vorgehen erinnert an vereinzelten Widerstand gegen Tiefbohrungen der Nagra, mit denen die Geologie für den Bau des Endlagers untersucht wurde.

Der Zürcher Regierungsrat schlägt 19 Windkraftgebiete für den Richtplan vor. Vier Gebiete liegen um Dägerlen herum, in denen total 15 Windkraftanlagen denkbar sind. Zwei dieser Gebiete befinden sich teils auf Dinerter Territorium.

Wegen Widerstand «uf d’Schnure gheit»

An der Gemeindeversammlung stimmten 124 Personen einer Einzelinitiative zu, die den Gemeinderat beauftragt, solche Anlagen auf dem eigenen Gemeindegebiet abzuwenden. 66 Anwesende lehnten die Initiative ab.

Anders als kürzlich in Henggart hatte der Dinerter Gemeinderat die Initiative zur Ablehnung empfohlen. Vor der Abstimmung sagte Gemeinderat Hans-Peter Steiner, dass die Verantwortung für eine nachhaltige Energieversorgung nicht lokal, sondern kantonal und national geregelt sei. Zudem sei die Gemeinde ausserhalb der Bauzone nicht zuständig, daher sei die Initiative rechtlich gar nicht umsetzbar. Da seien Gemeinden schon «uf d’Schnure gheit».

Der Gemeinderat erachtet es laut Steiner als problematisch, sich grundsätzlich gegen Windkraftanlagen einzusetzen. Erst wenn ein Bauprojekt vorliegen würde, könne die Gemeinde Einfluss nehmen.

Nachbargemeinden in Schutz nehmen

Doch mit ihrer Argumentation stand die Behörde auf verlorenem Posten. Gleich mehrere Stimmberechtigte forderten, dass sie ein «starkes Zeichen» gegen Windräder setze. «Wir stärken damit dem Gemeinderat den Rücken», meinte einer der zwei Initianten.

Viele der kritischen Voten wurden eingeleitet mit Sätzen wie «Ich bin nicht grundsätzlich gegen erneuerbare Energien». Doch die Nachteile der grossen Windräder würden deren Nutzen «um ein Vielfaches überwiegen», sagte ein Stimmbürger.

In der Diskussion gab es nur sehr wenige windkraftfreundliche Wortmeldungen. So sagte eine Stimmbürgerin, der Gemeinderat müsse abwägen können, was er bei einer grundsätzlichen Ablehnung nicht mehr könne. Gemeinderat Steiner nahm die Behörden jener Gemeinden in Schutz, in denen zurzeit Windmessungen stattfinden: «Die haben sich auch etwas überlegt.» Und ergänzte, man solle auch mal «über den eigenen Tellerrand hinausschauen».

Erträge durch Windkraft schöngeredet?

An der Versammlung wurde der Satz «Zürich ist kein Windkanton» zitiert. Er ist von 2014, stammt von der Baudirektion unter dem damaligen SVP-Regierungsrat Markus Kägi und bezieht sich auf eine Potenzialstudie. Nur: In der Studie fehlt dieser Satz – mehr noch: Es ist sogar von einem «ansprechenden Windenergiepotenzial» die Rede.

In Dinhard wurden auch Ängste geäussert, wonach Immobilien wegen der Windräder an Wert verlieren könnten. Einen solchen Verlust habe der Hauseigentümerverband (HEV) festgestellt, sagte ein Stimmbürger. Diese Feststellung ist allerdings umstritten.

Schliesslich meinte ein Mann, dass die Stromerträge bei der Windkraft «schöngeredet werden». Damit unterstellte er etwa «Zürich Wind», der Kooperation von EKZ, EWZ und Stadtwerk Winterthur, indirekt ein unlauteres Vorgehen.

Am Windkraft-Podium Anfang Woche in Andelfingen sagte eine Vertreterin dieser Kooperation, dass der Bau von Windrädern im Kanton Zürich wirtschaftlich sei. Dabei wies sie darauf hin, dass hierzulande die gesamte Energieversorgung staatlich subventioniert werde, so auch die Wasserkraft mit etwa 50 Prozent.

Markus Brupbacher, Landbote

Der Landbote berichtet in der Ausgabe vom 13. Juni 2026 über den Widerstand der Bevölkerung von Dinhard gegen Windkraftanlagen. Dabei wird die Analyse vom Hauseigentümerverband Region Winterthur erwähnt, in welcher HEV-Geschäftsführer den Einfluss Windenergieanlagen auf die Immobilienpreise untersuchte.

Link zur HEV-Analyse: Einfluss von Windenergieanlagen auf Immobilienpreise

Landbote vom 13. Juni 2026
Wir wären umzingelt von Windrädern
PDF | 545 KB
Download

Warenkorb

 Artikel